Die Fürstin der Schatten

Autor: Peter V. Brett
Übersetzerin: Ingrid Herrmann-Nytko

Es ist lange her, dass ich in Peter Bretts Dämonenwelt abgetaucht war und dummerweise habe ich versehentlich Band 7 ausgelassen - ein schwerer Fehler. Icm 8 Band Die Fürstin der Schatten habe ich darum ehrlich gesagt mindestens 300 Seiten lang überhaupt nichts verstanden und war erschlagen von all den Namen, Orten und Verstrickungen, an die ich mich nicht oder nur vage erinnern konnte. Ich wünsche mir so sehr Zusammenfassungen am Anfang von Büchern, deren letzter (oder vorletzter) Teil so lange zurückliegt, aber meine Bitte wird einfach nicht erhört ;-). Mein Blackout hat dazu geführt, dass ich überhaupt nicht in die Handlung (da war auch nicht viel) einsteigen konnte und auch den Figuren sehr lange sehr fernblieb. Erst ab der Mitte des sehr dicken Buches kam das typisch Dämonen-Fieber auf und die Handlung wurde spannend. Im letzten Viertel kommt endlich wieder der Brett-typische Showdown und natürlich ein Ende, das einen weiteren Band verheißt.

Ich bin immer ein Fan der Dämonen-Saga gewesen, aber wie bei manchen Fernsehserien, die einfach immer und immer weitergehen, hatte ich jetzt auch das Gefühl, es ist genug. So faszinierend das Worldbuilding der Reihe ist und so sehr mir die Idee mit den Siegeln und der dämonenbezwingenden Musik ist, hatte ich den Eindruck, es wird einfach alle nur wieder und wieder neu aufgebrüht. Die Figuren decken viele aktuelle gesellschaftliche Themen ab, allein in der Prinzprinzessin Olive werden Geschlechtergrenzen überwunden, Homosexualität, Polyamorie, Rassismus - all das ist hier allgegenwärtig und sorgt für ein sehr modernes Romanpersonal. Auch in diesem Band spielt das Ausleben der Liebe und die dazugehörigen Gefühle - wer mit wem, mit wie vielen, wann und wie intensiv - ;-) eine große Rolle. Mein Gefühl war aber, dass der Rest der Handlung dabei etwas flöten ging. Horclinge töten, Intrigen aufdecken, sich behaupten, die Heldinnen und Helden aus früheren Bänden aus den Fängen des Oberdämonen befreien, fliehen und dann ahnen, dass der Kampf und die Reihe nie vorbei sein werden. Da war nicht viel Neues dabei.

Ich würde mir wünschen, dass Peter V. Brett ein rundes Ende für seinen Dämonenzyklus findet und seine Fantasie und schriftstellerische Energie einer neuen aufregenden Welt widmet. Ich wäre sofort dabei. Wahre Dämonenfans werden das wahrscheinlich anders sehen ;-).


Erschienen bei HEYNE

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Autorin / Autor: luthien - Stand: 12. März 2025