Die Tribute von Panem L. - Der Tag bricht an
Autorin: Suzanne Collins
Übersetzt von Sylke Hachmeister und Peter Klöss
Mit dem neuesten Werk von Suzanne Collins kehren wir erneut in die Welt von Panem mit dem grausamen Hungerspielen zurück. Zu einem besonderen Anlass, denn es geht um diebä 50. Hungerspiele und den aus der ursprünglichen Trilogie nur zu bekannten Sieger aus Distrikt 12: Haymitch.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob es besser ist, Haymitchs Geschichte zu kennen, oder ob ich lieber einfach nur bei meiner Vorstellung geblieben wäre, dass er ein gemeiner, gebrochener Mensch ist, ohne zu wissen, warum. Letztendlich erweckt es ihn aber noch mehr für Fans dieser Serie zum Leben und unterstreicht seine wichtige Rolle in der gesamten Reihe.
Als Leserin, die seit dem ersten Band Teil dieser Welt ist, habe ich das Gefühl, dass die Serie mit der Zeit düsterer und komplexer geworden ist. Das soll nicht heißen, dass die Originaltrilogie nicht düster oder voller Grausamkeiten war – es scheint nur, als hätten Snow und Haymitch in einer noch abartigeren und böseren Zeit gelebt. Besonders in diesem Buch habe ich nicht so oft die unterschwellige Hoffnung gespürt, die bei Katniss und Peeta vorhanden zu sein schien. Hier brach mir dafür im Laufe seiner Geschichte immer wieder das Herz für Haymitch.
Dieses Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven. Es erklärt hervorragend das „Warum“ hinter Haymitch, dem wir im ersten Band begegnen, und schafft es hervorragend, Empathie für eine Figur aufzubauen, für die wir sonst wenig übrig hätten. Es ist eine Studie über die grausamsten und bösartigsten Dinge, die einem Menschen angetan werden können, und die kleinen Wege, auf denen Menschen die Kraft finden, weiterzumachen und zu kämpfen, selbst wenn es scheinbar keinen Grund mehr dafür gibt.
Ich sehe Haymitch jetzt in einem ganz neuen Licht und fühle mich berufen, die Reihe noch einmal zu lesen, um zu sehen, wie diese neue Perspektive die Gesamtgeschichte für mich verändert.
Dazu kamen noch die erwartbare Spannung und Action um die Hungerspiele, die inzwischen nicht mehr so subtile Gesellschaftskritik durch die Darstellung der Lebensweise im Kapitol mitsamt Propaganda und Medienrummel, sowie jede Menge Easter Eggs für Kenner der Trilogie. Sowohl die einzelnen Teile als auch ihre Summe haben das Buch für mich zu einem Highlight gemacht, das mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird und wie damals die Trilogie einen besonderen Platz in meinem Herzen erobert hat.
Obwohl man das Buch auch lesen kann, ohne die anderen Bände der Reihe gelesen zu haben, wird es ohne die anderen Bände nicht annähernd so bedeutsam sein. Ich empfehle dringend, die Reihe in der angegebenen Reihenfolge zu lesen, um die maximale Wirkung zu erzielen.
Erschienen bei Oetinger
Autorin / Autor: Miriam W. - Stand: 2. April 2025